Öhringen

Baustelleneinsatz unserer dualen Studentin

Baustelleneinsatz Selina Sulzbacher, DHBW BWL Handwerk 

Name (Studentin):                  Selina Sulzbacher, DHBW BWL Handwerk 2. Lehrjahr

Name (Interviewer):              Christine Reutter, Geschäftsleitung

Der Einsatz auf der Baustelle:

Der Einsatz auf der Baustelle:

1. Wie ging es dir in den vergangenen 2 Wochen? 
In der ersten Woche haben wir uns alle etwas herangetastet – was kann man, was nicht. Anfangs kam ich mir ein bisschen hilflos vor, da ich "keine vollwertige Arbeitskraft" war, die Mannschaft war auch etwas skeptisch. In der zweiten Woche war ich schon mutiger und ich habe viele Sachen gezeigt bekommen und ausprobieren können.

2. Was genau?
Um etwas Gefühl für das Baggerfahren zu bekommen, hat mir Roland Hugo auf einem Zwischenlagerplatz erste Handgriffe gezeigt. Hier konnte ich nichts kaputt machen. Die anderen Kollegen zeigten mir auch den Umgang mit Radlader und Walze.  Zwischendurch waren auch andere Azubis auf der Baustelle, das war witzig – eine richtige „Azubi-Baustelle“ mit vier Azubis gleichzeitig. Die gewerblichen Azubis haben mir dann auch mehr Sachen gezeigt; die haben oft gesagt „ mach einfach mal“ – "probier es aus", was sicherlich an dem geringeren Altersunterschied lag. 

3. Wie ging es dir als Frau auf der Baustelle?
Manche Anwohner waren skeptisch: Frau am Steuer – Ungeheuer, die gingen dann schon mal einen Schritt zurück, wenn ich am Vorgarten vorbei gefahren bin. Viele Anwohner fanden es sehr besonders, dass ich als Frau auf der Baustelle war; für die Mannschaft vor Ort war es nicht so außergewöhnlich. Ich konnte körperlich leider nicht so viel mithelfen. Sollte ich doch mal ins Fitness-Studio gehen? Das tat mir auch wirklich leid, ich hätte gern mehr geholfen.  Ganz stolz kann ich sagen, dass ich eine Absperrung auch alleine tragen kann – die Füße der Absperrung waren allerdings doch für mich viel zu schwer.

4. Wie wurdest du im Team integriert?
Wir sind morgens immer gemeinsam auf die Baustelle gefahren, die Kollegen haben schon nach mir geschaut - ich wurde tatsächlich nicht vergessen.  Es war wirklich super im Team. Morgens am Treffpunkt - unser Bauhof in Öhringen - habe ich viele Kollegen kennengelernt. Bereits nach kurzer Zeit wussten alle wer ich bin, dass hat mir gefallen.

 

 

Was nehme ich in meinen Alltag mit:

Was nehme ich in meinen Alltag mit:

5. Und wie ging es dir mit dem Wetter?
Anfangs war das Wetter voll schlecht, es hat drei Tage nur geregnet. Da sind wir auch mal früher heim, weil alles unter Wasser stand, ein Arbeiten war nicht möglich. In der kommenden Woche wurde es dann richtig heiß. Ich musste mich intensiv eincremen, damit ich keinen Sonnenbrand bekomme. Ich bin sogar etwas braun geworden. Für die Kollegen ist der Umgang mit dem Wetter nichts mehr besonderes. Wenn man, so wie ich,  es nicht gewohnt ist 8-9 h in der Sonne zu stehen bzw. zu arbeiten ist das schon heftig. Der Mannschaft auf der Baustelle macht das gar nichts aus, ich aber habe mir schon nach kurzer Zeit einen Schattenplatz gesucht.

6. Was nimmst du für Bürotätigkeit mit?
Man nimmt die Arbeit auf der Baustelle bewusster wahr. Vorher konnte man das gar nicht so einschätzen, was täglich auf den Baustellen geleistet wird. Nach diesen zwei Wochen schätze ich aber auch meinen Büroarbeitsplatz viel mehr. Ich weiß nun was es bedeutet, täglich bei Wind und Wetter auf der Baustelle zu arbeiten. Ich bin viel toleratner, wenn z.B. Klimaanlage ausfällt – auf der Baustelle gibt es das ja gar nicht.

7. Wie passt das Praktikum in dein Studienablauf?
Es war gut, dass ich vorher in Bau-Abrechnung und im Einkauf war. Dadurch wusste ich, was das alles für Bauteile und Material das alles ist, was man auf der Baustelle verbaut. Im ersten Semester wäre es schwieriger gewesen ohne Vorwissen auf die Baustelle zu gehen . Der Verlauf der einzelnen Abteilungen fand ich in meinem Studium sehr gut, die Reihenfolge war logisch und hat wirklich gut geklappt. Die Baustelle ist nun der krönende Abschluss.

8. Wäre eine Ausbildung nicht auch was für dich?
Wenn ich mehr Muskelkraft hätte, wäre die Polierausbildung auf jeden Fall was für mich. Die Berufsschule der gewerblichen Ausbildung wäre super interessant, aber in der Praxis wäre es schwierig, obwohl uns viele Hilfsmittel zur Verfügung stehen, ich kam einfach an meine körperlichen Grenzen.